Chronik von Hofheim (Ried)


Die Frühgeschichte

Die Steinzeit

Die Kelten und Germanen

Die Römische Herrschaft

Das Burgundische Reich

Die Alamannen

Die Franken

Der Übergang zur Geschichtsschreibung: Erste schriftliche Erwähnung von Hofheim

Der Wormser Bischof und andere Besitzer

Der Verlust der Landeshoheitsrechte des Wormser Bischofs über Hofheim

Die Frankensteiner

Die Reformation

Die erste Schule und die erste "Feuerwehr"

Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen

Der Tod eines Kurfürsten und die Auswirkungen auf Hofheim

Die Entstehung der Hofheimer Wahrzeichen

Ein besonders kalter Winter

Die Auswirkung der französischen Revolution auf Hofheim

Religiöse Veränderungen

Pocken und Überschwemmungen

Der Alltag der Arbeiter

Hofheim zur Jahrhundertwende

Der Beginn des 20. Jahrhunderts und der 1. Weltkrieg

Das 3. Reich

Der 2. Weltkrieg

Das Ende des 2. Weltkrieges

Der Wirtschaftsaufschwung

Neue Gebäude und das Ende der Selbständigkeit von Hofheim


Die Frühgeschichte

Das Ried, die Gegend um Hofheim, bestand in der Frühgeschichte nur aus Urwald mit großen Bäumen. In Richtung Rhein gingen die Wälder in Sümpfe über. Die Gegend war reich an Wild, es gab Wölfe und Bären, die noch bis ins 17. Jh. eine Bedrohung für die Menschen waren.

Die Besiedlung des Rieds, besonders der Rhein nahen Gebiete, begann erst sehr spät, da der Rhein mit seinen andauernden, unberechenbaren Flußbettänderungen und den Überschwemmungen eine ständige Bedrohung der Menschen war.


Die Steinzeit

Der Sackstein

Der Sackstein

Die ältesten Zeichen von Menschen in der Gemarkung Hofheim sind ein Bodenfund (ein Dechsel aus Serpentin, der wahrscheinlich zur Zimmermannsarbeit benutzt wurde) aus der Jungsteinzeit (ca. 3000 bis 2000 v. Chr.) und der "Sackstein", ein Menhir, der Rest einer megalitischen Anlage der Jungsteinzeit war. Dieser entstand 3000 v. Chr. und dürfte zu einem Versammlungsplatz für kultische Handlungen gehört haben. (Heute ist der Stein nicht mehr in der Gemarkung Hofheim, sondern gehört zu Bürstadt) Ob es in der Gemarkung Hofheim schon eine Besiedlung gab, ist schwer zu sagen, denn im sonstigen Ried gibt es wesentlich mehr Funde, und es könnte sein, daß die beiden Gegenstände aus rheinferneren Besiedlungen im Ried stammten.

Der Jungsteinzeit folgte die Bronzezeit, die in dieser Gegend von 1900 bis 650 v. Chr. war. Von dieser Zeit wurde in Hofheim eine Waffe gefunden, die einem Grab beigelegt war. Der Fundort, die "Teichwiese", ist heute besiedelt.


Die Kelten und die Germanen

Von 800 v. Chr. bis 50 n. Chr. folgte die Eisenzeit. Im Ried herrschten zu dieser Zeit die Kelten. Spuren keltischer Besiedlung lassen sich aus der Zeit um 500 v. Chr. nachweisen. In Hofheim gab es mehrere Grabfunde in der "Teichwiese", welche wahrscheinlich zu einem frühkeltischen Gräberfeld gehörten.

Verdrängung der Kelten durch die Germanen

Verdrängung der Kelten durch die Germanen

Die Kriegerische Macht der Kelten ließ nach, und als die germanischen Sweben ca. 71 v. Chr. den Rhein in südlicher Richtung überschritten, kamen sie durch das Ried und ließen sich teilweise nieder. Beide Stämme lebten zuerst getrennt, doch schon bald gab es einen Kulturaustausch. Da die Sweben in die alten keltischen Siedlungen kamen und dort gemeinsam mit den Kelten lebten, fand eine Vermischung statt. Die fremde Kultur war jedoch stärker, und so wurden die Kelten germanisiert. Im Ried lebten die Neckar-Sweben, von denen es auch in Hofheim Bodenfunde gibt.

Die germanischen Stämme (58 v. Chr.)

Die germanischen Stämme (58 v. Chr.)


Die Römische Herrschaft

Um 50. v. Chr. drangen die Römer unter Julius Cäsar in das Gebiet ein und machten den Rhein zu ihrer Grenze. Worms wurde römische Festung. Die Sweben und Kelten der Ried-Gegend lebten friedlich mit den Römern zusammen und betrieben Kulturaustausch.

Der Limes

Der Limes

Anderseits gab es auch Swebenstämme, welche die Römer immer wieder angriffen. Diese kamen von weither und hatten keinen Kontakt mit ihnen. Nach einem gewaltigen Schlag der Römer gegen die Sweben wurde die Grenze Richtung Osten verschoben und durch einen Grenzwall, dem Limes, geschützt. Sie bauten drei befestigte Straßen durch das Ried, denen teilweise noch heutige Straßen folgen. Eine davon war auch bei Hofheim. Die Straßen wurden durch Rheinfähren mit dem restlichen römischen Reich verbunden. Auch bei Worms gab es eine Fährlinie, und so wurde in Hofheim bei keltisch-germanischen Funden auch römische Gegenstände wie Münzen, Tongefäße und Ziegeln ausgegraben. Dies läßt auf einen Handel mit den Römern schließen. Von den Römern gibt es noch eine weitere Spur in der Gemarkung Hofheim: An der Grenze zu Nordheim wurde 1986 durch den Luftbildarchäologen Otto Braasch ein rechteckiges Grabensystem mit gerundeten Ecken entdeckt. Die Ausmaße lassen auf ein römisches Marsch- oder Übungsgelände schließen.

Südhessen in der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr.

Südhessen in der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr.

Durch das Vermischen der Kelten (Minderheit) mit germanischen Stämmen, besonders der Sweben, in Südwestdeutschland entwickelten sich die Alamannen. Im Jahr 233/234 n. Chr. durchbrachen diese zum erstenmal den Limes. Die Römerzeit im Ried endete dann 259/260 n. Chr. mit dem erneutem Durchbruch der Alamannen. Die Grenze wurde wieder zur Rheinlinie zurückverlegt. Doch die Römer blieben im Ried noch aktiv, denn in der Zeit Valerians (363-375 n. Chr.) entstand noch an der Weschnitzmündung die Festung "Zullenstein".

Isometrische Rekonstruktion der spätrömischen Schiffslände, von NW gesehen

Isometrische Rekonstruktion der spätrömischen Schiffslände, von NW gesehen


Das Burgundische Reich

Erst Anfang des 5. Jh. gaben die Römer Germanien endgültig auf, und 411 n. Chr. wurde das Burgundische Reich bei Worms gegründet. Die Burgunder kamen während der Völkerwanderung von Skandinavien über die Oder nach Worms. Wie Funde in Hofheim belegen, war die Hofheimer Gemarkung ganz im Burgundischen Reich eingegliedert. Im Jahr 436 zerschlug der römische Feldherr Aëtius mit Hilfe hunnischer Verbündeter das Reich, und bei dem Versuch, ihr Gebiet nach Westen auszuweiten, wurden die Burgunder 445 vernichtend geschlagen und Worms zerstört. So mußten sie in Richtung Rhône und Saône auswandern. An die Hunnenkriege wurden schon öfters Hofheimer Bürger erinnert, als sie hunnische Hufeisen aus dieser Zeit auf den Feldern fanden.


Die Alamannen

Nach den Burgundern übernahmen die Alamannen die Herrschaft im Ried, denn sie lebten schon die ganze Zeit hier. Aus dieser Zeit konnten keine Gräberfunde gemacht werden, weil die Alamannen bis zum 5. Jh. ihre Toten verbrannten. Erst aus dem 5. Jh. gibt es ein Grab eines alamannischen Kriegers, das 1934 in Hofheim entdeckt wurde. Zwei weitere alamannische Gräber (Reiter mit Pferd, Frau) aus der Zeit um 450 wurden im Jahr 1935 in der "Teichwiese" gefunden (Diese Angaben wurden von Dr. Illert vom Wormser Museum bestätigt. Es gibt aber auch Quellen die besagen, daß der Reiter fränkisch sei, da die Grabbeigaben teilweise fränkisch seien und der Fund bei dieser Quelle für das 6. Jh. geschätzt wurde. Auf jeden Fall muß es sich um einen Heiden gehandelt haben, da er eine Wegzehrung dabei hatte.). Alle 3 waren mit prachtvollem Schmuck, Waffen, Rüstung und Gebrauchsgüter ausgestattet. Da Hofheim auch noch an einer Verkehrsstraße lag, kann man davon ausgehen, daß der Ort damals durch Handel eine Blüte erlebt hatte.


Die Franken

Die Westgermanen / Das Frankenreich

Die Westgermanen / Das Frankenreich

Im 5. Jh. wurden die Franken sehr stark und drängten nach Gallien. Sie waren kein einheitliches Volk, sondern bestanden aus einem lockeren Bündnis von Teilstämmen mit vielen Kleinkönigen. Um das Weströmische Reich zu schützen, bildeten die Römer eine Heeresföderation mit ihnen. Doch die Franken waren sehr ehrgeizig, und hatten das Ziel, die Römer abzulösen. So siegte 486 ein Frankenkönig, mit dem Namen Chlodwig, über den letzten römischen Statthalter Syagrius und machte damit Gallien fränkisch. Damit besiegelte er das Ende des Weströmischen Reiches. Gleichzeitig unterjochte Chlodwig nach und nach die einzelnen fränkischen Kleinkönige.

Nach dem Sieg über die Römer besiegte der Frankenkönig Chlodwig, aus dem Hause der Merowinger, im Jahre 496 und endgültig 506 die Alamannen. Ein paar Jahre nach dem Sieg von 496 wurde Chlodwig getauft und seine Untertanen folgten im Laufe der nächsten Jahrzehnte alle freiwillig seinem Beispiel.

Das fränkische Großreich / Kaiser Karl (800 n. Chr.)

Das fränkische Großreich / Kaiser Karl (800 n. Chr.)

Der planmäßige fränkische Siedlungsbeginn im Ried und auch in Hofheim war im 6. Jh.. In dieser Zeit wurden die Alamannen in das Frankenreich integriert. Vorher gab es in Hofheim nur einzelne alamannische Höfe, die eine Siedlungsgemeinschaft bildeten. Die erste Siedlung war auf einem kleinen Hügel (heutige: Kirchstraße, Backhausstraße, Flatenstraße, Lindenstraße. Diese Straßen liegen noch heute im Dorfmittelpunkt), denn der Rhein war noch immer eine große Bedrohung. In der Gemarkung Hofheim gab es noch weitere Ansiedlungen (einzelne Höfe mit eigenen Gräbern), die durch das Wachstum von Hofheim im Laufe der Zeit in das Dorf integriert wurden.
Die Alamannen blieben zwar im Ort, doch nahmen sich die Franken die besten Höfe und Landstücke: Sie mußten zunächst einzelne Höfe und später größere Teile des Ortes abgeben, denn die günstige Lage (Worms, Verkehrs- und Handelsstraße) des Ortes zog viele Franken an. Daher wanderten einige von ihnen in Richtung Odenwald aus.
Mit den Franken kam auch das Christentum. Anfangs lebten die heidnischen Alamannen und christlichen Franken zusammen. Um 600 waren noch alle Alamannen Heiden, doch in der 1. Hälfte des 7. Jh. wurde das Christentum vom Bistum Worms aus in das Ried verbreitet. So wurden bald alle Heiden freiwillig Christen. Die alten heidnischen Kultstätten (es gab wahrscheinlich in Hofheim eine heidnische Kultstätte) wurden zerstört, und schon bald wurde eine Holzkirche errichtet. Auch die anderen alamannischen Lebensgewohnheiten wurden wegen der Franken aufgegeben, doch, wie der heutige Dialekt zeigt, blieben einige Spracheigentümlichkeiten erhalten. So wird z. B. für ein langes altes a ein o gesprochen: Johr für Jahr; Owend für Abend.

Auch von den Franken gibt es in Hofheim Zeichen. Im 1. Weltkrieg wurden in der "Teichwiese" fränkische Keramikgefäße des 6./7. Jh. gefunden, und im Jahr 1938 wurde ein fränkisches Reihengrab aus dieser Zeit entdeckt. Es handelte sich um 3 Frauen und 1 Krieger. Im Jahr 1960 wurde der Friedhof weiter freigelegt und 4 Leichen ausgegraben. In allen Gräbern gab es keine Wegzehrung, was auf Christen schließen läßt. Es waren jedoch noch Grabbeigaben enthalten. Durch die Zerstörung aller heidnischen Bräuche, verschwanden auch bald diese Beigaben.


Der Übergang zur Geschichtsschreibung: Erste schriftliche Erwähnungen von Hofheim

Mit dem Übergang zur Karolingerzeit (8./9. Jh.) enden für dieses Gebiet die Epochen, deren Hauptquellen durch die Archäologie erschlossen werden. Nun werden hauptsächlich schriftliche Quellen, besonders Urkunden, herangezogen.

Gegenüber Worms, auf der rechten Rheinseite nördlich und südlich des Wehrzollhauses, lag in karolingischer Zeit ein weitgestrecktes Wiesengelände, die "Marau", welches erstmals im 2. Drittel des 9. Jh. im Lorscher Reichsurbar, einem Teil des Lorscher Kodexes, als Zubehör des Königshofes in Worms, erwähnt wurde. Das Gelände hatte eine günstige Lage, da

und wurde deshalb in den kommenden Jahrhunderten zusammen mit der Bürstädter Laubwiese mehrmals als Versammlungs- oder Lagerplatz genutzt:

Auch der Name "Maraue" unterstützt diese These, denn er stammt wahrscheinlich von der altertümlichen Bezeichnung für ein Pferd: "Mähre", und ist demnach als Pferdeaue zu deuten. Ein Hinweis auf die Nutzung des Geländes. Im Laufe der Jahrhunderte wurden große Teile der Marau vom Rhein abgeschwemmt und an der Maulbeeraue angelegt. Mit der Zeit kam der Name "Maraue" dann in Vergessenheit.

Die Wiesen brachten aber (laut dem Lorscher Reichsurbar) dem Wormser Königshof auch 400 Fuhren Heu ein, was auf eine enorme Größe schließen läßt. Da die Wiesen bewirtschaftet werden mußten und Hofheim wahrscheinlich einen bedeutenden Frohnhof hatte (siehe Überlegungen zum Ortsname) dem der Ort seinen Namen verdankt, läßt es den Schluß zu, daß in Hofheim einmal ein Königshof zur Bewirtschaftung der Marau stand. Wenn dies zutrifft, dann muß dieser Hof spätestens im 9. Jh. gegründet worden sein, da der gesammte königliche Besitz um Worms (Königspfalz, Maraue, ..) im 9. Jh. in die Verfügungsgewalt des Klosters Weißenburg gelangte. Da es im 6./7. Jh. bereits eine fränkische Besiedlung gegeben hat, kann man davon ausgehen, daß Frohnhof schon früher erbaut wurde und von den Franken zur Kultivierung des rechtsrheinischen Gebietes genutzt wurde.

Das erste Deutsche Reich entsteht (919)

Das erste Deutsche Reich entsteht (919)

Um aber eine offizielle/verbürgte Altersangabe von Hofheim machen zu können, ist die erste namentliche Erwähnung mit Jahresangabe in einer Urkunde wichtig, denn sie ist ausschlaggebend für das Alter einer Gemeinde. In Urkunden aus dem 9. Jh. kam zuerst der Name "Hofen" vor. Später wurden in alten Urkunden, der karolingischen und sächsischen Kaiser, die Orte erwähnt, welche schon im 8. und 9. Jh. zwischen Rhein und Weschnitz bestanden: "Hofen" und "Bobestadt".

Die Mission des 8. Jh. östlich des Rheins

Die Mission des 8. Jh. östlich des Rheins

Hofheim gehörte im 9. Jh. zum Kloster Lorsch, welches dem Bischof von Metz gehörte. Der Hofheimer Besitz dieses Bischofs, der die erste Hofheimer Kirche erbaut haben soll, ging dann (offenbar 897) an das Kloster Weißenburg im Elsaß über. Die Urbarbeschreibung von Hofheim im "Codex Edelini" (Abtei Edelin, des Klosters Weißenburg) beruht auf einem Text, der sehr viel älter ist als die Urkunde von 991. Hofheim ist darin enthalten, und man kann entnehmen, daß die Hofheimer Kirche schon sehr viel früher gegründet wurde. Im Besitzstandsbuch der Abtei Edelin, des Klosters Weißenburg im Elsaß, wird Hofheim und die Hofheimer Kirche 991 erwähnt: Der Besitz in "Houeheim", 1 Herrschaftshof mit 4 Hufen (Flächenmaß) Salland, 1 Kirche mit einem Zehnt, 1 Forst und 24 Hörigenhufen (Grundbesitz der abhängigen Bauern), ging an Herzog Otto von Kärnten verloren ("Ein stattlich Gut, eine Kirche, ein Forst und 24 Hörighufen". Dies muß 985 (laut Prof. Dr. F. Staab) stattgefunden haben.


Der Wormser Bischof und andere Besitzer

Bald darauf wurde der Besitz an den Bischof von Worms weitergegeben, der ihn vom Herzog Otto von Kärnten, dem Salier, abgekauft haben will.

Seit dem Jahr 1011 gehörte der vormals königlich-fränkische Lobdengau in seiner Gesamtheit zum Hochstift Worms. Somit gehörte auch spätestens ab diesem Jahr Hofheim zum Hochstift Worms. Wahrscheinlich bekam so der Wormser Bischof die landeshoheitlichen Rechte. Im Jahr 1016 schenkte Bischof Burkhard I. die Hälfte seines rechtsreihnischen Besitzes "zu Hoveheim" dem von ihm gegründeten Wormser Kollegialstift St. Paul. Im Jahr 1068 bestätigte Bischof Adalbert von Worms, daß dem Kollegialstift zu St. Andreas der neunte Teil des Episkopalrechtes (Korn, Gartenfrüchte und Vieh) von "Hoveheim" zukomme, und 1141 bestätigte Bischof Burkhard II. den Besitz (Kirche, Zehnt) des Andreasstiftes zu "Hoveheim". Bischof Konrad II. setzte 1191 das St. Andreasstift in dem ihm entzogenen Teil "de salica terra" (Land- und Grundbesitz) in "Hoveheim" wieder ein.

Anfang des 13. Jh. wird die Pfarrei Hofheim dem St. Cyriakusstift in Neuhausen inkorporiert. In einigen Quellen ist von Erzbischof Siegfried von Mainz, der zum Administrator (lat.: Mitarbeiter, Diener) des Bistums Worms bestellt war, die Rede; in einer anderen Quelle wird eine Urkunde vom 2.12.1212 erwähnt, in der Bischof Lupold von Worms (1196-1217) (auch Leopold genannt), früher selbst einmal Probst in Neuhausen, die Pfarrei Hofheim dem Cyriakusstift inkorporiert hat. Das bedeutet, daß der gesamte Besitz der Pfarrei Hofheim an das Cyriakusstift in Neuhausen überging und der Hofheimer Pfarrer nun vom Stift vorgeschlagen werden konnte. Ein Stift ist eine Vereinigung von Geistlichen, die ein gemeinsames Leben (Chorgebet, heilige Messe und Mahlzeiten) führen. Es ist eine Art Kloster, das den Stiftsherren aber Privateigentum zuläßt. Es entwickelte sich zuerst an Bischofskathedralen, aber es gab auch Vereinigungen bei anderen Kirchen, welche Kollegialstifte heißen. Das Cyrakusstift ist ein solches. In Worms waren noch das St. Andreasstift, das Paulusstift, welches auch Besitz in Hofheim hatte, das Martinsstift, das Liebfrauenstift und das Domstift, welches das größte war. Das Cyriakusstift war das zweitgrößte.
Aus diesem Jahrhundert ist auch erstmals etwas von den Menschen überliefert. Damals gab es eine Auflehnung der Hofheimer. Sie wollten den vom St. Paulusstift geforderten Gemüse- und Heuzehnten nicht abgeben. Doch den Streit entschied 1274 Bischof Eberhard zu Gunsten des St. Paulusstiftes.
Im 13. Jh. lag die weltliche Gerichtsbarkeit bei den Grafen von Zweibrücken. Dieser gab es später den Herrn von Metze als Lehen. (In den verschiedenen Quellen wurde neben „von Metze" noch die Namen „de Meti" und „von Scharfeneck-Metze" verwendet.) Im Jahr 1294 verkaufte Johannes von Metze die Hälfte der Hoheitsrechte des Dorfes dem Wormser Bischof Konrad (bzw. Bischof Cuno, wie er in anderen Quellen genannt wird). Im Jahr 1323 bekundeten die Ritter Johann und Siegfried von Metze den Verkauf des Dorfes, Gericht und Vogtei, Leute, Wasser, Weide und alles Zubehör an den Bischof Konrad von Worms. Dieser wurde damit Gerichtsherr. Dies geschah mit Wissen ihres Lehnsherrn, dem Grafen von Zweibrücken.

Von dieser Zeit gibt es nur lückenhafte Aufzeichnungen über die einzelnen Grundbesitzer. So wurden im Jahr 1260 das Paulusstift und Ulrich vom Steine („Hoien"), 1274 die Witwe des Heinrich von Hoheneck ("Hoveheim"), 1283 der Cantor Hezelo von St. Martin zu Worms (1 Morgen in "Hofeheim"), 1307 das Kloster Schönau und 1346 Johann von Waldeck als Grundbesitzer in Quellen aufgeführt. Im Jahr 1365 wurden in einer Urkunde folgende Grundbesitzer erwähnt: Bischof von Worms, Paulusstift, Stift Neuhausen, Klöster Hochheim und Schönau, die Herren von Bitsch und Flertsheim.


Der Verlust der Landeshoheitsrechte des Wormser Bischof über Hofheim

Der Wormser Bischof Salmann brauchte im 14. Jh. Geld und so verpfändete er 1363 (In einen wenigen Quellen ist von1354 die Rede), ohne Zustimmung des Domkapitels, die Hälfte der Kellerei Stein mit allem Zubehör an die Grafen von Sponheim. Diese Verpfändung heißt Steiner Pfandschaft. Zur Kellerei Stein gehörte Hofheim, Nordheim und Lampertheim. Sitz war bis 1740 die Burg Stein, deren Vorläufer, welche "Zullenstein" hieß, von den Römern erbaut wurde und seitdem erst wieder im Jahr 806 als karolingischer Königshof erwähnt wurde. Die erste Erwähnung der eigentlichen staufischer Burg Stein stammt aus 1232 und um diese Zeit entstand sie auch. Der alte Bischof starb und der neue Bischof Dietrich wollte die Burg Stein zurückhaben. So half ihm der Pfalzgraf Ruprecht der Ältere und sogar der Kaiser intervenierte. Doch der Graf Walram von Sponheim blieb Besitzer.
Im Jahr 1386 bot der Pfalzgraf Ruprecht dem Bischof Eckhard von Dersch (1371-1405) seine Hilfe an, und am 8. Januar 1387 gab es eine Lösung zwischen dem Bischof von Worms, dem Pfalzgraf bei Rhein und den Grafen von Sponheim. Von nun an übernahm der Pfalzgraf die Pfandschaft von den Grafen von Sponheim, und somit hatte der Bischof und der Pfalzgraf jeweils die Hälfte der Kellerei Stein.

Doch der Pfalzgraf wollte noch mehr, und so drängte er den Bischof zurück und wurde fast zum Alleinherrscher, indem er ohne die Rechte des Wormser Bischofs zu wahren, allein über die Kellerei Stein verfügte, als ob sie zum Pfälzer Gebiet gehören würde. Der Wormser Bischof war nicht mehr alleiniger Gerichtsherr und Landesherr, da der Pfalzgraf die Verwaltung der Burg Stein übernahm, und der Bischof nur die niedrige Gerichtsbarkeit hatte.

Isometrische Rekonstruktion des karolingischen Königshofes Zullenstein, von SW gesehen

Isometrische Rekonstruktion des karolingischen Königshofes Zullenstein, von SW gesehen


Die Frankensteiner

Im 15. Jh. gab es für die Menschen in Hofheim zuerst ein paar unwichtige Ereignisse. Am 2. August 1401 bestätigt König Ruprecht (1400-1410) dem Cyriakusstift zu Neuhausen seine Besitzungen und Einkünfte in "Hoffheim". Im Jahr 1405 gelangt das Gundelmanngut, als Seelgerese (= Jahrgedächtnisstiftung), an das Paulusstift und 1407 wird es von der Familie Gundelmann an die Präsenz von St. Paul verkauft. Doch dann gab es im Jahr 1443 eine wichtige Veränderung. Der Junker Konrad von Frankenstein erhält von dem Bischof zu Worms, für geleistete Dienste, einen großen Teil von Hofheim als erbliches Lehen. Damit gingen die Bodenrechte und öffentliche Ämter (wie Vogt, Schultheiß) und die Einnahmen an ihn. Obereigentümer blieb der Bischof als Lehnsherr. Dies blieb bis 1803, als alle geistlichen Besitzungen an Hessen fielen. Noch heute ähnelt das Hofheimer Wappen "Ein in Blau schrägrechts gelegtes silbernes Mühleisen" an das Wappen der Frankensteiner. Bei diesen ist das Mühleisen nur von einer anderen Perspektive zu sehen. Das erste Hofheimer Wappen ist übrigens vom 16. November 1608 überliefert.


Die Reformation

Im Jahr 1504 (Bayerischer Erbfolgekrieg) wurde die Burg Stein von dem Landgrafen Wilhelm II. von Hessen erobert, der die Gebiete jedoch 1521 wieder zurückgeben mußte. Damals wurden viele Orte im Ried zerstört. Ob Hofheim dabei war, ist ungewiß.

Vier Jahre nachdem Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirchtür geschlagen hatte, findet in Worms der berühmte Reichstag in Anwesenheit Luthers statt: "Hier stehe ich, ich kann nichts anders". Die Auswirkungen davon werden Hofheim in den nächsten Jahrhunderten noch stark verändern.

Im Jahr 1527 hatte "Hoffen" 3 Herren: den Kurfürst von der Pfalz, der die Macht hatte, den Bischof von Worms und die Herren von Oberstein zu Gundheim. An den Steuern, die die einzelnen Herren bekamen, läßt sich ablesen, daß der Grundbesitz ungleich verteilt war: Die Pfalz bekam 12 Gulden, der Bischof 12 Gulden und die Herren von Oberstein 8 Gulden. Die größe des Hofheimer Frohnhofes ("Baugut") umfaßte 121 Ackerstücke mit insgesammt 228,5 alte Morgen Ackerland. Das kleinste Stück war 3/8, das größte 16 Morgen groß. Außerdem gehörten noch 10 "Mannsmahd" (Wiese) mit 81 alte Morgen hinzu.

Dann kam die Reformation, die auch in Hofheim das Leben veränderte. Im Jahr 1540 hatte der Kurfürst Ludwig V. (1508-1544) in der Pfalz die Reformation eingeführt. Während der Regierungszeit der Pfälzer Kurfürsten Friedrich II. (1544-1556) und Ottheinrich (1556-1559) faßte, wie überall in der Kurpfalz, auch in Hofheim der lutherische Glaube Fuß. Die staatliche Einführung war 1556. Im Jahr 1565 (Es gibt auch Quellen die von 1564 reden.) erfolgte der vom Pfalzgrafen Friedrich III., der Fromme, (1559-1576) verfügte Religionswechsel, der die lutherischen Pfarrer durch calvinistisch-reformierte ersetzte. Dies geschah ohne Zustimmung des Wormser Bischofs. Im Jahr 1577 mußte die Hofheimer Bevölkerung wieder zum lutherischen Glauben wechseln, und 1585 wurde sie wieder calvinistisch. Eine lutherische Gemeinde bestand in Hofheim noch 1828. In Hofheim gab es reformierte Pfarrer von 1568 bis 1650. (Beide Zahlen stammen aus einer Aufzeichnungen im katholischen Pfarrarchiv zu Hofheim. Bei einer anderen Stelle im selben Archiv ist aber von 1663 als Endzeitpunkt die Rede. Durch den Regensburger Erlaß vom Jahr 1653 wurde Wattenheim wieder katholisch. Der reformierte Pfarrer von dort kam nach Nordheim und übernahm Hofheim und Bobstadt als Filialen.)

Aber Kurfürst Friedrich III. änderte noch mehr. So vertrieb er 1565 die Chorherren von St. Cyriakus, löste damit das Stift auf, und errichtete dort eine Hochschule für Adlige. Kurpfalz wurde Rechtsnachfolger und bekam so das Patronatsrecht von Hofheim. Nun hatte Kurpfalz die Einnahmen, doch es mußte auch für den baulichen Unterhalt der Hofheimer Kirche sorgen. Am 10.7.1565 und 18.8.1565 befahl Kaiser Maximilian II. (1562-1576) dem Pfalzgrafen das Stift wieder herauszurücken. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1566 klagte der Wormser Bischof den Kurfürst an, und so verurteilten die Reichsstände beider anerkannter Konfessionen den Kurfürst zur Wiedererrichtung des Stiftes. Dies nützte alles nichts, und so gab es noch ein kaiserliches Dekret auf dem Reichstag. Im Jahr 1566 mischte sich noch der Papst ein und 1567 nochmals der Kaiser. Auf dem Reichstag zu Regensburg unternahm der Kaiser 1576 erneut einen Versuch zur Wiedererrichtung. Doch der Kurfürst blieb stur.

Aus diesem Jahrhundert sind noch zwei schreckliche Pestepidemien bekannt. In den Jahren 1577 und 1594 wütete die Pest im ganzen Ried und somit auch in Hofheim.

Alte Hofheimer Darstellung (16. Jh.)

Alte Hofheimer Darstellung (16. Jh.)


Die erste Schule und die erste "Feuerwehr"

Aus dieser Zeit sind nicht nur Streitereien von den Mächtigen bekannt. Es gibt auch positive Ereignisse in Hofheim. So wurde 1592 die erste Schule in Hofheim gegründet. Diese war vermutlich im kath. Pfarrhaus, denn dieses stand seit den konfessionellen Spannungen ab 1553 leer. In diese Schule gingen nicht nur Hofheimer sondern auch Bobstädter Kinder. Der Schulleiter war unausgebildet und war Lehrer, Glöckner und Schreiber zugleich. Als Lohn bekam er von der Kirche den Glockenlohn, von der Gemeinde eine freie Wohnung und von den Eltern Lebensmittel. Die Schule bestand jedoch nicht durchgehend. Wahrscheinlich wurde der Schulbetrieb im Dreißigjährigen Krieg ausgesetzt oder die Schule wurde aufgelöst. Irgendwann nach dem Krieg benutzte man dann einen Raum des baufälligen Rathauses als Schulraum.

Um 1600 werden auch erstmals Feuerläufer erwähnt, die bei Bränden in benachbarte Dörfer laufen mußten, um Hilfe zu holen. Dies war die erste "Feuerwehr" in Hofheim. Ab dem Jahr 1618 mußte jeder, der in die Gemeinde aufgenommen werden wollte, einen Feuereimer vorweisen. Seit dieser Zeit gibt es eine Feuerordnung. Wichtigster Teil der Feuerbekämpfung war der Dorfteich neben dem Rathaus, der jedoch 1788 zugeschüttet wurde, weil er zu klein und zu schmutzig war. Das Rathaus, das im damaligen Dorfzentrum lag, wurde auch in dieser Zeit zum erstenmal erwähnt: 1605 wurde eine neue Rathausuhr für 76 Gulden gekauft. Da die alte Uhr ersetzt wurde, kann man daraus schließen, daß es das Rathaus schon länger gegeben haben muß. Aus dieser Zeit (1595) weis man noch etwas über die Fronordnung für Hofheim, denn die Hofheimer mußten für das Jagsschloß Neuschloß Frondienste leisten. Auch einige Hofheimer werden namentlich erwähnt. 1597 gab es einen Wirt namens Veltin Hergert, am 27. Juli 1601 wurde "Caterina, Andreas Kunz, Gemeinsmann zu Hoffenheim Dochter" durch das Schwert und am 15. November 1612 wurde Hans Draiß aus Hofheim wegen fünf Mordtaten beim Nord- und Hofheimer Halsgericht (Hochgericht) auf dem Rad hingerichtet. Auf der Grenze zwischen Nord- und Hofheim, in einer Flur, die heute noch "Galgengewann" heißt, stand früher ein Galgen. Hier befand sich das erwähnte Hochgericht. Nur an einem solchen Gericht durften schwere Verbrechen wie Mord, Totschlag oder Notzucht geahndet werden. Dazu zählte auch das Fluchen.


Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen

Dann kam der Dreißigjährige Krieg, von dem auch Hofheim betroffen war. Im Jahr 1620 kamen gleich 3 Armeen nach Hofheim: Am 16. Januar kam ein Oberst Ebentrauth mit 100 Soldaten, am 22. Januar kam Capitän Plitterswirk mit 100 Soldaten und am 3. Februar Herr Büttlitz mit 350 Soldaten. Jede dieser Gruppen wollte verpflegt werden, und die Soldaten gingen nicht zimperlich mit den Zivilisten um. Im Jahr 1621 wurde die Burg Stein, und mit ihr die rechtsrheinische "Unterpfalz", von den Spaniern (Teil der katholischen Liga) erobert, die eine schlechte Disziplin hatten. Dies bedeutete die eine katholische Restauration (bis ca. 1631). Damals wurden in der Umgebung von Hofheim die Dörfer niedergebrannt, und wahrscheinlich wurde in diesem Jahr das Hofheimer Rathaus schwer beschädigt. Im Jahr 1622 gab es Kampfhandlungen in Hofheim, bei denen Schäden entstanden sind:

Beim Anrücken der Schweden wurde 1631 die Burg Stein verbrannt. Die Schweden hatten im Gegensatz zu den Spaniern eine recht gute Disziplin, denn während 25 Schweden vom 2.12 bis 17.12.1631 in Hofheim lagerten gab es keine Vorkommnisse. Mit ihnen wurde Hofheim für kurze Zeit wieder Lutherisch. Im Jahr 1634 kamen dann kaiserliche Truppen in die Rieddörfer und mit ihnen der katholische Glauben, 1645 die Franzosen und danach im April 1645 die Bayern. Der größte Teil von Hofheim wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Wann das war, ist nicht mehr feststellbar.

Der Krieg brachte auch noch die Beulenpest mit. Diese wütete 1635, und wegen der Seuche und dem Krieg flohen viele Bauern in die Wälder. Dadurch wurden die Felder nicht mehr bestellt, und so herrschte 1637 eine gewaltige Hungersnot. Damals wurden in den Gassen öfters Katzenfelle gefunden, und sogar Arme und Beine von verstorbenen Menschen sollen in Kochtöpfen gefunden worden sein (nach H. Reuß). Erst im Jahr 1638 verbesserte sich die Lage. Während des Krieges starben rund 80% der Bevölkerung Hofheims.

Der Dreißigjährige Krieg hatte noch eine weitere Auswirkung, denn damals war die Pfalz von spanischen und bayerischen Truppen der katholischen Liga besetzt. So wurde das Cyriakusstift am 14.1.1624 "mit allen seinen Rechten und Gerechtigkeiten" restituiert. Alle Dokumente, königliche und kaiserliche Privilegien, Urkunden, Amtsbücher und die Stiftsglocken wurde dem damaligen Fürstbischof Friedrich von Greiffenklau-Vollraths (1616-1629) ausgeliefert. Beim Westfälischen Frieden 1648 wurde das Stift ausdrücklich dem Hochstift Worms zugesprochen. Das Geld floß aber schon bald wieder Richtung Kurpfalz, denn Kurpfalz hatte das Stift gewaltsam dem Hochstift Worms entrissen. Die Proteste des Wormser Fürstbischofs Hugo Eberhard (1654-1663) auf dem Reichsdeputationstag 1655 in Frankfurt blieben fruchtlos. Auch als 1661 der Bischof die Wiedereinlösung der Steiner Pfandschaft forderte, lehnte die Pfalz ab. Die Nachfolger des Wormser Bischofs hatten genauso wenig Glück.

Der Westfälische Frieden hatte für Hofheim eine weitere Auswirkung. Als der Kurfürst nach dem Dreißigjährigen Krieg Hofheim zurückerlangte, war es nicht mehr vollständig calvinistisch. Der Kurfürst durfte aber wegen des Westfälischen Friedens die Bevölkerung nicht mehr zu einem Religionswechsel zwingen. Daher siedelte er vermutlich in Hofheim, wie er es auch in Nordheim und Lampertheim getan hatte, Schweizer an. Diese waren Calvinisten und halfen gleichzeitig noch beim Aufbau des Ortes. Die Katholiken und die Lutheraner blieben künftig in der Minderheit. Im Jahr 1653 wird Nordheim Sitz einer reformierten Pfarrei, mit Filialen in Hofheim und Bobstadt. Im selben Jahr wird auch der erste Hofheimer Schmied erwähnt.

Doch schon 1666 und 1667 wurde Hofheim wieder bedroht, denn damals kamen die Pocken.


Der Tod eines Kurfürsten und die Auswirkung auf Hofheim

Erst als Kurfürst Karl (1680-1685) starb, und damit die calvinistische Linie Pfalz-Simmern ausstarb, und die katholische Linie Pfalz-Neuburg an die Regierung kam, änderten sich die religiösen Verhältnisse in Hofheim. Durch Anordnung (Simultaneum) des Kurfürst Johann Wilhelm (1690-1716) sollten die Kirchen und Friedhöfe neben den Calvinisten auch den Katholiken offen stehen, und so konnte seit dem 29. Oktober 1698 der katholische Glaube wieder gleichberechtigt ausgeübt werden. Hofheim bekam wieder eine Pfarrei, mit Nordheim und Bobstadt als Filialen. In Hofheim teilten sich die katholische und die reformierte Gemeinde die gotische Kirche, die erstmals zur Zeit der Reformation erwähnt wurde, für ihre Gottesdienste. Die Lutheraner als Minderheit blieben aber ausgeschlossen, und so mußten sie in das Rathaus ausweichen.
Am 1. Juli 1705 bekam Hofheim, mit Johann Christoph Melchior, wieder einen eigenen katholischen Pfarrer. Die Pfarrei hatte Filialen in Nordheim, Bobstadt und Wehrzollhaus. Auch ist aus dieser zeit bekannt, das in Hofheim bereits Juden wohnten.

Es gab auch eine Einigung über das Stift, denn mit Franz Ludwig (1694-1732) bestieg ein leiblicher Bruder des Kurfürsten Johann Wilhelm (1690-1716) den Wormser Bischofsstuhl. Am 26. August 1705 wurde die Steiner Pfandschaft gelöst und damit die Doppelherrschaft beendet. Durch diesen Austauschvertrag kam der pfälzische Anteil (50 %) der Kellerei Stein wieder an den Wormser Bischof zurück.

Hofheim kam zum Bistum Worms und der Wormser Bischof wurde wieder alleiniger Besitzer der Hoheitsrechte (Landesherrschaft im Amt Stein). Er hatte nun die geistliche und weltliche Herrschaft und hatte somit auch die Rechte und Pflichten bezüglich der katholischen Pfarrei Hofheim. So kam er wieder in den Genuß der Einkünfte aus dem ehemaligen Chorherrenstift St. Cyriakus in Neuhausen, mußte aber unter anderem auch für den Unterhalt der Hofheimer Kirche sorgen. Am 2. September 1705 erhielt der Bischof die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über das Vermögen des ehemaligen Chorherrenstiftes St. Cyriakus. Der Wormser Bischof richtete im Zeichen der Aufklärung auf dem Stiftsgelände kein neues Stift, sondern ein Waisenhaus ein. Währenddessen hatte sich im Amt Stein etwas verändert. Vom Jahr 1688 an war der Sitz der Kellerei Stein nicht mehr die Burg Stein. Damals hatte Melac bei der Pfalzverwüstung, während des pfälzischen Erbfolgekrieges, auch die Burg Stein völlig abgebrannt (Es gibt aber auch Quellen die besagen, daß die Burg Stein am 4. Februar 1657 durch Kurpfalz geschleift wurde. Vielleicht wurde sie 1688 dann völlig zerstört), und Hofheim geplündert und brandgeschatzt. Später wurden aus den Trümmern der Burg in Nordheim ein neuer Amtssitz für die Kellerei Stein aufgebaut. Als 1740 der Amtskeller Heinrich Betz starb, ging der Amtssitz nach Lampertheim über und seit 1780 heißt es "bischöfliches Wormsisches Amt Lampertheim".


Die Entstehung der Hofheimer Wahrzeichen

Nach der Zerstörung des Rathauses im Dreißigjährigen Krieg wurde das Rathaus wahrscheinlich renoviert oder notdürftig ausgebessert. Im Jahr 1647 war es nicht mehr zu gebrauchen, doch ab März 1657 wurde es als Zollstation des Pfalzgrafen verwendet. Damals wurde am Rathaus ein "Zollblech" angebracht, und die Hauptverkehrsstraße, die "Lindenstraße", ging durch das Rathaus. Jeder Händler mußte durch das Rathaus, die Hofheimer hatten seitlich des Rathauses eine eigene Durchfahrt. Ob für die Verwendung als Zollstation eine Renovierung nötig war ist ungewiß, aber das Gebäude wurde ja auch noch als Schule benutzt.

Altes Hofheimer Rathaus von 1711

Altes Hofheimer Rathaus von 1711


Anfang des 18. Jh. wurde ein neues Rathaus gebaut, welches heute den Titel "Altes Hofheimer Rathaus" trägt. Ob wirklich ein neues Gebäude aufgebaut, oder ob das alte Rathaus nur renoviert und erweitert wurde ist ungewiß. Wahrscheinlich ist das Erdgeschoß nur umgebaut und das Obergeschoß neu erstellt worden. Sicher ist, das der Dachstuhl vollkommen erneuert wurde. Der Bau bzw. die Renovierung des Rathauses war im Jahr 1711. Der Schlußstein ist auf dieses Jahr datiert und auch die Art des Dachstuhls gehört in diese Zeit. Wann jedoch mit dem Bau begonnen wurde, und wie lange es sich hingezogen hatte, ist nicht bekannt. Nun war das Erdgeschoß eine allseitig offene Halle auf vier Eichensäulen, in der Mehl-, Tabak- und Viehwagen standen. Außerdem wurde das Erdgeschoß auch noch als Klassenraum (bis 1790) und der Dachboden als Tabakspeicher benutzt. Im Rest des Gebäudes waren die Arrestzelle, das Amtszimmer für Ortsbüttel und das Ortsgericht untergebracht.

Katholische Kirche zum heiligen Michael Hofheim/Ried (heute)

Katholische Kirche zum heiligen Michael Hofheim/Ried (heute)


In der ersten Hälfte des 18. Jh. entstanden noch weitere wichtige Bauwerke in Hofheim. Im Jahr 1741 wurde das Pfarrhaus und wenig später die neue Barockkirche St. Michael gebaut. Aus einem Schreiben des Pfarrers Peter Affelds an das bischöfliche Vikariat zu Worms vom 12. Januar 1743 geht hervor, daß der Zustand der Kirche sehr baufällig wäre.

Daraufhin begannen man noch im selben Jahr mit den Verhandlungen wegen der Errichtung einer neuen Kirche. Im Jahr 1744 wurde das alte Gotteshaus (auch St. Michael) abgerissen. Da der berühmte Barockbaumeister Balthasar Neumann zu dieser Zeit im Wormser Dom den Hochaltar entwarf, weilte er 1746 auch in Hofheim. Nach dessen Plänen wurde dann zwischen 1747 und 1749 die neue Kirche erbaut. Die Bauleitung hatte der Wormser Dombaumeister Johann Georg Endter. Gefördert wurde der Bau von Franz Georg von Schönborn, dem Kurfürst und Erzbischof von Trier und Bischof von Worms. Das Wappen der Schönborns ist noch heute über dem Hauptportal.
Für die neue Kirche wurden 2 Glocken geweiht und 1749 bekam die Hofheimer Kirche ihre erste Orgel eingebaut. Vom Weihbischof Christian Anton de Merle wurde die Kirche dann am 1. Juni 1750 eingeweiht.

Das Wappen der Schönborn über dem Außenportal der Kirche

Das Wappen der Schönborn über dem Außenportal der Kirche

Alle diese neuen Gebäude, und besonders die Kirche, zeigen, daß es dem Ort damals sehr gut gegangen ist. Besonders die lange Friedenszeit hat sich anscheinend positiv auf Hofheim ausgewirkt.

Aus dieser Zeit ist noch etwas Wichtiges bekannt. Im Jahr 1755 gab es in Hofheim 3 Schulhäuser. Davon war eines für die Katholiken und zwei für die Protestanten vorgesehen. (Letztere lagen sich genau gegenüber, so daß es sich entweder um zwei oder um eine Schule gehandeln hat. Bei der letzten Möglichkeit, welche wahrscheinlicher ist, mußte die Schule aus Platzmangel auf zwei Gebäude aufgeteilt wurde.) Das bedeutete, daß jedes Kind bzw. jeder Jugendliche die Möglichkeit hatte, in die Schule zu gehen. Aus dem Jahr 1796, genauer vom 2. Oktober 1796, ist auch bekannt das drei Scheunen "mit allen Früchten und Gefütter" abbrannten.

Ehemalige katholische Schule vor der Renovierung

Ehemalige katholische Schule vor der Renovierung


Ein besonders kalter Winter

Der Winter 1739/40 war sehr streng (Dauerfrost vom Oktober 1739 bis April 1740). Aus lauter Not wurden Strohdächer verfüttert, um das Leben der Tiere zu retten. Denn die Kälte hielt an, und man konnte noch nicht einmal im Juni 1740 einen Austrieb bei den Bäumen feststellen. Dies führte zu Lebensmittelengpässen und Futterproblemen für Mensch und Tier. Auch in anderen Jahren war es sehr kalt und so fror 1840, 1893, 1929 und 1946/47 der Rhein zu.

Der erstarrte Rhein im Winter 1928/29

Der erstarrte Rhein im Winter 1928/29

Eisgang auf dem Neurhein im Winter 1928/29

Eisgang auf dem Neurhein im Winter 1928/29


Die Auswirkung der französischen Revolution auf Hofheim

Während der Freiheitskriege 1790-1813 wurde Hofheim erst von den Franzosen und dann von den Russen besetzt. Dies brachte Plünderungen und Armut. Doch die Zeit der Franzosen in den linksrheinischen Gebieten wirkte sich noch anders aus. Im Jahr 1801 wurde das Bistum Worms, wegen des Friedens von Lunéville 9.2.1801, durch den alle linksrheinischen Gebiete an Frankreich fielen, aufgelöst, und die rechtsrheinischen geistlichen Gebiete wurden unter den deutschten Fürsten, welche linksrheinischen Besitz hatten, aufgeteilt. Am 10. September 1802 wurden alle Orte des Amtes Lampertheim vom Hessischen Militär besetzt. Die Führung hatte Generalmajor von Werner, und es geschah unter französischer Einwilligung. Nun gehörte Hofheim zur Grafschaft Hessen-Darmstadt. Der Landesherr war Landgraf Ludwig X. . Damit wurde die Zugehörigkeit von Hofheim im Staatsverbande des Bistums Worms beendet. Es gab keine Schwierigkeiten in den Orten des ehemaligen Amtes Lampertheim, und so zog sich das Militär bald wieder zurück. Am 21. Dezember 1802 folgte die zivile Einvernahme und im Jahr 1803 ging das "Amt Lampertheim" offiziell durch den Reichsdeputationshauptschluß an Hessen über. Von nun an hieß es "Großherzogliches Hessisches Rentamt", welches bis 1919 bestand. Nun hatte Hessen auch die Reperationspflicht über die Kirche. Das Wormser Bistum („Bischöfliches Vikariat zu Worms") verkümmerte zum rechtsrheinischen Rest, dem Vikariat bzw. apostolische Administration Lampertheim. Die Sitzungen fanden von 1800 bis 1802 in Hofheim und danach bis zum Ende in Lampertheim statt. Den Vorsitz hatte der Hofheimer Pfarrer Johann Paul Mittnacht vom 2.9.1800 bis zu seinem Tod am 21.9.1820. Das Vikariatsgebiet lag in drei Ländern: Baden, Württemberg und Hessen. Die einzelnen Landesherren trennten jedoch ihre jeweiligen Orte ab, und so kamen die badischen Orte 1812 zum Bistum Speyer, die Württembergischen Orte wurden 1817 abgetrennt, und am 27.2.1827 ging der hessische Rest an das Bistum Mainz. Damit wurde das Vikariat aufgelöst.

In dieser Zeit gab es eine wichtige Veränderung für das Leben im Dorf. Die Steuern wurden nicht mehr in Naturalien, sondern in Geld verlangt. Daher wurde kurz vor 1810 die Halle im Erdgeschoß des Rathauses zugemauert, da man die alten Pferdewagen für die Abgaben nicht mehr brauchte. Nun benutzten die Lutheraner von 1810-1822 das ganze Erdgeschoß als Betraum, da nur Katholiken und Calvinisten die Kirche gemeinsam benutzen durften.

In diesem Jahrhundert ging es auf Kreisebene drunter und drüber. Hofheim gehörte ab 1821 zum neugebildeten Landratsbezirk Heppenheim, der 1832 aufgelöst wurde. Danach ab 1832 zum Kreis Bensheim und ab 1839 zum wiedererstandenen Kreis Heppenheim. Ab 1874 gehörte Hofheim wieder zum Kreis Bensheim.


Religiöse Veränderungen

Auch in der 1. Hälfte des 19. Jh. gab es in Hofheim wieder bedeutende Bauprojekte. So wurde im Jahr 1812 der heutige Friedhof angelegt, der damals für Hofheim und Bobstadt benutzt wurde. Außerdem legte man 1841 ein Ortspflaster bis vor die Kirche.

Am 12.1.1822 kam eine Verordnung, welche sich die Hofheimer Lutheraner gewünscht hatten. Durch diesen Erlaß haben sie sich mit den Reformierten (Calvinisten) zur evangelisch-unierten Kirchengemeinde Nordheim vereinigt. Dies geschah, weil sie wegen der Besitzverhältnisse keinen Zugang zu der Kirche hatten. Das Erdgeschoß des Rathauses wurde wieder frei, und so wurde von 1822-1890 die Schule dort untergebracht. Auch der Lehrer lebte im Rathaus. 1844 genehmigte Großherzog Ludwig II. (1830-1848) von Hessen-Darmstadt die Errichtung einer selbstständigen evangelischen Kirchengemeinde Hofheim mit Filiale in Bobstadt, vorbehaltlich der Beschaffung einer Pfarrbesoldung. Am 8. Januar 1854 kam dann wieder ein evangelischer Pfarrer (Theodor Noack) nach Hofheim und der damit gegründeten Kirchengemeinde gehörte auch Bobstadt (bis 1964) und ab 1864 auch die evangelische Gemeinde Bürstadt an. Damit lösten sie die Hofheimer Gemeinde von sich von Nordheim. Ein evangelisches Pfarrhaus wurde erst am 28. Juni 1855 erworben und bis zum Herbst renoviert. Im Jahr 1861 erreichte die jüdische Gemeinde Hofheim mit 27 Mitgliedern ihre höchste Zahl. Für die Katholiken war dieses Jahrhundert nicht so gut. Vom 4.1.1877 bis zum 1.12.1887 war die katholische Pfarrei in Hofheim wegen des Kulturkampfes verwaist.

Dem 29. Juni 1857 verdanken wir, das dieser Artikel überhaupt so lang ist. Damals befahl der Großherzog Ludwig III. von Hessen und bei Rhein (1848-1877) den Geistlichen im ganzen Land Ortschroniken anzulegen. Die Chronik der evangelischen Kirchengemeinde Hofheim wurde daraufhin 1858 begonnen.


Pocken und Überschwemmungen

Das 19. Jh. brachte für die Hofheimer zwei Katastrophen. Im Jahre 1860 verstarben viele Menschen an den Pocken. Dies war die letzte Epidemie in Hofheim. Neben Seuchen und Epidemien gab es für den Ort schon immer eine noch stärkere Bedrohung: Aus einem Bericht über den Gesundheitszustand des Ortes aus dem Jahr 1605 geht hervor, daß Hofheim andauernd von Überschwemmungen heimgesucht wurde. In Urkunden werden die Jahre 1553, 1564/1565, 1573, 1583, 1590, 1595, 1598 erwähnt. Auch nach 1605 gab es zahlreiche Überschwemmungen: 1614, 1624, 1637, 1658, 1740, 1770, 1784 , 1789, 1799, 1816, 1817, 1824. Dies sind die Überschwemmungen die aus Urkunden bekannt sind, aber sicherlich gab es noch wesentlich mehr. Erst als man kleinere Rheinärme trockenlegte und Dämme baute, änderte sich die Lage.

Doch auch dies konnte an der großen Überschwemmung von 1882/1883 nichts ändern. Im Oktober 1882 gab es reichliche Regenfälle und im November außerordentlich starken Schneefall im Gebirge. Als es im Dezember innerhalb von 24 Stunden einen gewaltigen Temperatursturz gab, stiegen die Wasserspiegel des Rheins und seiner Nebenflüsse sehr stark an. Am 28. Dezember wuchs zum Beispiel der Neckar von 1,73 m auf 8,25 m. Dies hielt der Rheindamm bei Rosengarten nicht aus, und so brach er in der Nacht von 28. zum 29. Dezember an drei Stellen. Das ganze Ried wurde überschwemmt, und das Wasser stand in den Hofheimer Gassen 2-3m hoch.
Am 1. Januar 1883 war Hofheim bereits fast völlig überschwemmt, und viele Häuser schon eingestürzt. Die Menschen flüchteten mit ihrem Vieh auf den Kirchenhügel und in die Hofheimer Kirche, die höher gelegen war. Das Vieh wurde an Eisenringe an der Außenmauer befestigt, die noch heute zu sehen sind. Doch die meisten Tiere ertranken in den Fluten. Ab dem 6.1.1883 fiel das Wasser wieder und am 14. Januar war der Friedhof wieder frei. Nach dem Unglück wurde das Dorf, dank öffentlicher Mittel des Staates, wieder aufgebaut.

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaft

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaft

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsboote und Trümmer in der überschwemmten Straße

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsboote und Trümmer in der überschwemmten Straße

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Überflutete Häuser

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Überflutete Häuser

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaft vor überfluteten Häusern

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaft vor überfluteten Häusern

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaften vor der katholischen Schule

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Rettungsmannschaften vor der katholischen Schule

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Mehrere Kähne und Menschen auf der Kirchhofsmauer

Hofheimer Überschwemmung 1882/1883: Mehrere Kähne und Menschen auf der Kirchhofsmauer


Der Alltag der Arbeiter

In der 2. Hälfte des 19. Jh. begann eine tiefgreifende Veränderung in der Gesellschaftsstruktur in Hofheim. Durch die Industrialisierung wurden immer mehr Arbeitsplätze geschaffen, und so entstand auch in Hofheim die Arbeiterklasse. Doch das Leben der Arbeiter war schwierig, denn sie mußten mit einem Lebensmittelsack nach Mannheim laufen, lebten dort in Baracken, welche von den Fabriken zur Verfügung gestellt wurden und kamen erst nach 1 bis 2 Wochen wieder zu ihren Familien zurück. Auch mit der Bahnlinie nach Mannheim (Riedbahn: Frankfurt-Mannheim), welche 1877 eröffnet wurde, verbesserte sich die Situation nicht, denn eine Bahnfahrt war viel zu teuer. Erst als 1880 die Staatsbahn Arbeiterwochenkarten für die 4. Klasse (ohne Sitze) einführte, gab es eine Verbesserung. Damals kostete diese Fahrkarte 2,50 RM, wobei der Wochenverdienst bei 15 RM für 10 Stunden pro Tag lag. Doch noch immer waren die Arbeiter in der Minderheit.

Im Laufe der Zeit entstand auch in Worms Industrie. Hier suchten immer mehr Arbeiter einen Arbeitsplatz, denn der Weg war wesentlich kürzer und somit auch billiger. Seit 1869 bestand eine Bahnverbindung nach Worms, die jedoch am Rheinufer in Rosengarten endete, dort wo heute ein Champingplatz ist. Danach mußte man sich für 6 Pfennige mit einem Boot übersetzen lassen. Da die Bahn sehr kostspielig war, liefen die meisten Arbeiter lieber 1,5 Stunden nach Worms. Die Straße dorthin war jedoch nicht ausgebaut, sondern ähnelte mehr einem größeren Feldweg. Im Jahr 1895 gab es dann eine echte Verbesserung. Die Wormser Lederfabrik Heyl, in der viele Hofheimer arbeiteten, regte den Kauf von Fahrrädern bei der Firma Opel an. Das Geld wurde von der Firma vorgelegt, und Fahrschulen wurden eingerichtet. Diese neue Möglichkeit wurde von vielen genutzt. Obwohl es damals durch die besseren Bedingungen schon einige Arbeiter gab, war noch immer die Landwirtschaft die Haupternährungsquelle. Selbst die ansässigen Bäcker, Schreiner, Wagner, Schlosser, Schmiede, Küfer, Gastwirte und Lebensmittelhändler hatten nebenbei noch eine kleine Landwirtschaft.

Den Arbeiterfamilien ging es schlecht, denn sie mußten meistens als Tagelöhner bei den Bauern mithelfen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Aus diesem Grund wanderten in der 2. Hälfte des 18. Jh. ständig einige Hofheimer nach Amerika aus.



Ehemalige Hofheimer Schmiede

Ehemalige Hofheimer Schmiede


Hofheim zur Jahrhundertwende

Beinstraße Anno 1900

Beinstraße Anno 1900

Das Leben war damals im Vergleich zu heute sehr verschieden, denn die alten landwirtschaftlichen Dorfstrukturen bestanden noch weitgehend. Die Leute brachten ihren Brotteig zum Bäcker, welcher daraus Brot backte. Jeder Metzger schlachtete nur ein kleines Schwein, da der Fleischkonsum sehr gering war und die Bauern dies selbständig machten. Fließendes Wasser, Gas und elektrischer Strom gab es noch nicht, und so war das Feuer sowohl Licht- als auch Wärmequelle. Deshalb gab es ständig Brände, und daher gründeten 1896 44 Männer die "Freiwillige Feuerwehr Hofheim". Im selben Jahr begann auch die Tätigkeit des Hofhemer Turnvereins, der Hofheimer Fußballverein begann erst 1911.

Im Jahr 1890 wurde der neue Schulbau mit 4 Klassenräumen fertiggestellt, und somit konnte das Erdgeschoß des Rathauses anderweitig genutzt werden. Von 1890-1964 diente es als Sitzungsraum der Gemeindevertretung und von 1896-1952 noch als Spritzenhaus der Feuerwehr. Außerdem fanden bis 1968 noch die standesamtlichen Trauungen dort statt. Der Lehrer der katholische Schule lebte im Rathaus und mußte mittags und abends die Rathausglocken läuten. Damals gab es auch schon eine Kinderschule, die im Haus des Bäckers war. Im Jahr 1901 wurde dann der erste Teil und 1911 der zweite Teil einer neuen Schule fertig. Daher gab es ab 1901 nicht mehr mehrere Schulen, die nach Konfession getrennt waren, sondern nur noch eine, mit mehreren Gebäuden.

Das Rathaus war früher noch kein Rathaus im heutigen Sinne. Es war nicht für die Verwaltung zuständig, sondern wurde für gemeinnützige Dinge wie Feuerwehr, Schule (mit Lehrerwohnung) und bis 1822 auch als Kirche genutzt. Erst ab 1920 war das Gemeindebüro im Rathaus, denn vorher war es im Hause des Bürgermeisters bzw. des Schultheißen.


Der Beginn des 20. Jahrhunderts und der 1. Weltkrieg

Rheinbrücke (rechts) mit Bootsbrücke (links)

Rheinbrücke (rechts) mit Bootsbrücke (links)

Im Jahr 1900 wurde sowohl eine Straßenbrücke als auch eine Eisenbahnbrücke über den Rhein in Richtung Worms fertig. Sie ersetzten die Bootsbrücke und brachten dem unbedeutenden Ort Hofheim einen Auftrieb, der ihn fast zu einem Vorort von Worms machte. Dadurch richtete sich das Dorf zu dieser Stadt hin aus. Die Brücken waren aber nicht kostenlos nutzbar, sondern man mußte vor dem 1. Weltkrieg 3 Pfennige Brückengeld bezahlen. Aus dem landwirtschaftlich geprägten Ort wurde ein Arbeiterdorf. Der Hofheimer Bahnhof wurde als Entlastungsbahnhof mit Abstellgleisen und Rangierbetrieb ausgebaut.

Ab dem Jahr 1913 werden in Hofheim mehrere merowingische später auch fränkische Gegenstände gefunden und Gräber geborgen. Über den Verbleib der Gräber ist bis auf ein Grab im Landesmuseum Darmstadt heute nichts mehr bekannt.

Dann kam der 1. Weltkrieg, der jedoch keine Kampfhandlungen nach Hofheim brachte. Daher wurde Hofheim weder beschädigt, noch zerstört. Trotzdem wirkte sich der Krieg auf Hofheim aus, denn viele junge Männer mußten als Soldaten an der Front dienen und einige ließen ihr Leben dort. Auch forderte der Rohstoffmangel in Folge der Materialschlachten seinen Tribut. So mußten die Prospektpfeifen der Kirchenorgel und auch eine Glocke abgeliefert werden. Außerdem ruhte während und kurz nach dem Krieg die Arbeit aller Hofheimer Vereine.

Nach dem Krieg wurden die Rheinbrücke dann von französischen Soldaten bewacht, und so richtete sich der Ort nach Mannheim aus. Dorthin ging man sowohl zum Arbeiten, als auch zum Einkaufen. Die Franzosen verhinderten außerdem noch einen weiteren Ausbau des Hofheimer Bahnhofes.

Dem Wirtschaftsaufschwung folgten am Ende der goldenen zwanziger Jahre die Weltwirtschaftskrise. Doch gerade in dieser Zeit, nämlich in den Jahren 1929/30, wurde die Wasserleitung und die Hydranten in Hofheim gebaut. In den zwanziger Jahren, genauer 1923/24, wanderten aus Hofheim die letzten Juden aus, so daß seitdem keine Juden mehr in Hofheim leben.


Das 3. Reich

NSDAP-Umzug vor dem Alten Rathaus

NSDAP-Umzug vor dem Alten Rathaus

NSDAP-Umzug in Hofheim

NSDAP-Umzug in Hofheim

Mit den Nationalsozialisten verändert sich auch in Hofheim das Leben der Menschen. So wurde zum Beispiel 1933 der Hofheimer Fußballverein um eine Klasse abgestuft, weil der Ort zu klein war. Ein Aufstieg war jedoch möglich. Neben diesem eher nebensächlichen Ereignis gab es noch weitere Veränderungen. Dabei muß man besonders die Flurbereinigung vom Jahr 1935 erwähnen, welche die vorher kleinen Felder zu großen Feldern zusammenfügte. Dies geschah aber unter erheblichen Widerstand der Bauern, da sie befürchteten, schlechtere Felder zu bekommen. Durch diese Reform lohnte es sich, mehr Maschinen anzuschaffen. So gab es im Jahr 1939 nur noch 150-180 Pferde. Nach dem Krieg (1945-1950), als man wieder auf die Pferde umsteigen mußte, gab es 350 Pferde in Hofheim. Im Jahr 1962 lebte nur noch 1 Pony in Hofheim. Bei der Flurbereinigung nahm der Staat gleichzeitig noch alle Allmendegrundstücke dem Ort weg und verkaufte sie den Bauern. Dadurch wurden alte Traditionen und Privilegien zerstört, denn diese Stücke bekamen früher die alten Leute:

Die Gemeinde bekam zwar Geld, jedoch nicht ihren wahren Wert. Das 3. Reich wollte durch die Flurbereinigung und durch den Verkauf der Allmendegrundstücke die Produktion steigern. Dies glückte, denn der Ertrag stieg um 20-30%.

In dieser Zeit gewann außerdem noch der Hofheimer Bahnhof an Bedeutung. Im Jahr 1936 hatte er 13 Gleise, die oft als Abstellgleise für Materialzüge für den Westwall benutzt wurden. Damals gab es auch noch eine Seitenrampe für die Wehrmacht, an der man später Gefangenentransporte abwickelte.,

Am 3. Oktober 1937 wird der Erbhöfeweiler Rosengarten eingeweiht. Es besteht zunächst aus 10 Erbhöfen und wurde aus Gemarkungsteilen von Lampertheim, Hofheim und Bürstadt gebildet.

Am 7. April 1938 wurde, im Zuge der nationalsozialistischen Verwaltungsvereinfachung, beschlossen, daß der Kreis Bensheim aufgelöst wird. Und so gehörte Hofheim ab dem 1. November 1938 zum Kreis Worms. Zu dieser Zeit war Hofheim bereits wieder völlig nach Worms hin ausgerichtet. Kurz vor dem 2. Weltkrieg arbeiteten 80% der Arbeiter in Worms. Der Anteil der Bauern war schon sehr niedrig und lag 1939 bei 12%.


Der 2. Weltkrieg

Zu Beginn des 2. Weltkrieges, der für Deutschland sehr erfolgreich begann, wurde Hofheim noch verschont. Doch schon im Mai 1941 spürte man an der "Heimatfront" in Hofheim den Krieg. Damals wurden 46 Kinder aus dem Saarland in Hofheim einquartiert und die Schule, die 1890 erbaut worden war, wurde für französische Kriegsgefangene und für die Hitlerjugend genutzt. Im September 1943 gab es besonders viele Scharlacherkrankungen. Ob daran der Krieg schuld war, ist ungewiß. Vielleicht war die Bevölkerung und besonders die Schulkinder, bei denen besonders viele krank waren, durch den Krieg geschwächt, und eventuell lag es an der schlechten Versorgung mit dem neuen Penicillin. Dann gab es mehr und mehr Luftangriffe auf Worms, bei denen die Hofheimer Wehrmänner zu Hilfe kamen. Aber auch Hofheim wurde von den Bomben nicht verschont. So wurde besonders der Bahnhof angegriffen, der damals ja sehr bedeutend war. Außerdem wurde noch die Kirchstraße bombardiert, da an derem östlichen Ende eine Flakbatterie stand. Im gesamten 2. Weltkrieg wurden 6 Häuser total und 50 Häuser teilweise beschädigt. Ab 1944 und besonders 1945 stieg die Bevölkerung stark an, denn bombengeschädigte Wormser Familien und erste Ostflüchtlinge kamen nach Hofheim. Alle wehrfähigen Männer waren an der Front. Die Frauen übernahmen auch in Hofheim die Arbeitsplätze der Männer. So gab es zum Beispiel im Schuljahr 1944/45 nur noch Lehrerinnen in der Schule. Die Schülerzahl stieg auf 60 Schüler pro Klasse. Dieser Zustand hielt nicht lange an. Am 23. Oktober 1944 war der Schulbetrieb nicht mehr aufrechtzuerhalten, und so wurde die Schule geschlossen. Das neueste Schulgebäude wurde dann im letzten Kriegsjahr für zurückweichende deutsche Kompanien genutzt. Kurz bevor die Alliierten anrückten wurden am 20. März 1945 beide Rheinbrücken von der Wehrmacht gesprengt. Die deutsche Kompanie, die in der Schule einquartiert war, vergrub ihre restlichen Munitionsbestände (8000 Gewehrmunition, 90 Gewehrgranaten, 70 Stielhandgranaten 300 kg Sprengstoff) im Schulhof. Diese Munition wurde erst 1955 wieder gefunden. Auch in diesem Krieg und kurz danach ruhte die Arbeit der Vereine.


Das Ende des 2. Weltkrieges

Angriffe der Alliierten am Ende des 2. Weltkrieges in Süddeutschland

Angriffe der Alliierten am Ende des 2. Weltkrieges in Süddeutschland


Am 21. März 1945 rückten dann die amerikanischen Truppen in Hofheim ein. Die Zerstörung der Brücke hatte somit nichts gebracht. Da nach dem 2. Weltkrieg Worms französische und Hessen amerikanische Besatzungszone war, gehörte Hofheim ab dem 18.4.1945 zum neuen Landkreis Bergstraße, dessen Sitz in Heppenheim ist. Nun veränderten die Amerikaner das Leben der Menschen. So wurden die alten Parteistrukturen im Dorf aufgelöst, und der Bürgermeister wurde durch den letzten Bürgermeister vor 1933 ersetzt. In den Vereinen, die in der Freizeitgestaltung eines Dorfes eine wichtige Rolle spielen, spürte man die Auswirkung des verlorenen Krieges. So mußte der Spielbetrieb des Fußballvereines wegen Mangel an Spielern ruhen, und der alte Name mußte in "Sport- und Kulturgemeinde" umbenannt werden. In der Schule waren bis zum 4.2.1946 amerikanische Soldaten einquartiert.

Durch die fehlende Rheinbrücke und der unterschiedlichen Besatzungszonen richtete sich Hofheim neu aus. Man ging nicht mehr ins Wormser Krankenhaus, sondern nach Lampertheim. Außerdem arbeitete man nun in Mannheim. Der Hofheimer Bahnhof war damals Endstation. Die Leute fuhren vom Bahnhof mit dem Bus zur Rheinfähre. Dies war für die meisten Leute aus dem Ried zu umständlich, und so kauften sie auf der rechten Rheinseite ein. Besonders der Wormser Einzelhandel mußte die neue Ausrichtung spüren.


Der Wirtschaftsaufschwung

Der Anteil der Bauern hatte sich nach dem Krieg nicht verändert und blieb bei 12%. In den Jahren 1948/49 wurde neben der alten zerstörten Eisenbahnbrücke eine Behelfsbrücke aufgebaut, die 15 Jahre ihren Dienst tat. Bis 1953 wurde sie auch von Autos und Pferdefuhren benutzt. Am 30. April 1953 wurde dann die neue Straßenbrücke fertig, welches sich positiv auf dem Wormser Einzelhandel auswirkte.


Durch den 2. Weltkrieg wuchs die Bevölkerungszahl von Hofheim stark an, und so begann ab den fünfziger Jahren eine rege Bautätigkeit. Noch in den vierziger Jahren wurde ein Feuerwehrhaus gebaut, welches am 17. Juli 1949 übergeben wurde. Außerdem bildete sich Gewerbe und Kleinindustrie. In der Mitte der fünfziger Jahre entstanden eine Firma für Erfrischungsgetränke, eine Schnitzerwerkstatt, ein Geschäft für Pelzverarbeitung, und aus Handwerksbetrieben entstanden eine Fabrik für Maschinenbau und eine Fabrik für Elektrowärme. Trotzdem arbeiteten 1956 nur etwas mehr als 100 Personen in Hofheim und gut 950 außerhalb. Davon pendelten 381 nach Mannheim, 238 nach Worms, 55 nach Biblis, 54 nach Lampertheim, 13 nach Ludwigshafen, 13 nach Bürstadt, 12 nach Bensheim, 10 nach Darmstadt, 10 nach Lorsch, 7 nach Rüsselsheim und 6 nach Riedrode (Bahn- und Postbedienstete und andere nicht Gewerbesteuerpflichtige Betriebe wurden nicht mitgerechnet).

Das Feuerwehrgerätehaus nach der Fertigstellung

Das Feuerwehrgerätehaus nach der Fertigstellung (wurde mittlerweile ersetzt)


Neue Gebäude und das Ende der Selbständigkeit von Hofheim

Seit Ende der fünfziger Jahre gab es für das "alte" Hofheim weitere grundlegene Veränderungen. Zuerst wurde am 1. April 1958 die bisherige Filiale Bobstadt der katholischen Pfarrei Hofheim selbstständig. Dann wurde am 28. September 1960 ein Vertrag zur Beendigung des Simultanismus in Hofheim unterschrieben. So konnte das erste große Bauvorhaben in den sechziger Jahren in Hofheim beginnen (1962). Am 26. Mai 1963 wurde die evangelische Friedenskirche fertig, und die alte Simultankirche wurde zur Katholischen Kirche, nachdem die katholische Gemeinde 1960 die Anteile der evangelischen Gemeinde an der Simultankirche für 60.000 DM abgekauft hatte. 1964 wurde dann auch die evangelische Filiale der Kirchengemeinde Hofheim in Bobstadt selbstständig.

In den sechziger Jahren gab es aber noch weitere bedeutende Bauprojekte in Hofheim. Am 22. August 1964 wurde die Nibelungenschule mit acht Klassensälen, einer Turnhalle mit Kleinsportfeld und Verwaltung einschließlich Hausmeisterwohnung eingeweiht. Im Jahr 1965 wurde die katholische Pfarrkirche St. Michael restauriert und der Kindergarten in der Michaelssiedlung eingeweiht. Am 16. März 1968 wurde dann die Nibelungenschule mit den Fachklassen, vier weiteren Normalklassen sowie einem Gemeinschaftsraum vollendet. Am 12. Oktober 1968 fand auch noch die Einweihung des Hofheimer Bürgerhauses statt.

Ein weiteres Hauptprojekt der Gemeinde war bis 1967/68 die Kanalisation und die Kläranlage.

Am Anfang der siebziger Jahren verlor dann Hofheim seine Selbständigkeit. Am 21. April 1971 beschloß Hofheim die Aufnahme in den Verband der Stadt Lampertheim, und seit 1. Oktober 1971 ist Hofheim Stadtteil von Lampertheim.

In den letzten Jahren entstand in Hofheim 1975 der kommunale Kindergarten, 1979 die Sporthalle und 1982 das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim. Seit 1975 findet in Hofheim regelmäßig eine Gewerbeschau statt und seit 1992 gibt es eine Partnerschaft zwischen Hofheim und der französischen Stadt Dieulouard.

Hofheim aus der Sicht vom Evangelischen Kirchturm

Hofheim aus der Sicht vom Evangelischen Kirchturm


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© 3. Juni 1997 Jens Zörkler (Quellenverzeichnis)